Hintergrundinformationen zur Abwun-Aufnahme

Lutz Hausmann schrieb am 16.12.2007:

Da mittlerweile zwei Videos mit unserer Vertonung des Abwun bei YouTube heruntergeladen werden, möchte ich hier Informationen zum Hintergrund unserer Vertonung geben.

Ich freue mich über beide Videos und ich schätze sie, aber keiner der beiden Autoren hatte uns kontaktiert bzw. informiert. Sinedi tat dies allerdings später. Wir, Alexander und ich, konnten nicht von selbst auf die Videos aufmerksam werden. Ich habe kein DSL an meinem Wohnort und Alexander ist blind.

Zur Authentizität der Aussprache:
Die Art der Aussprache geht auf Neil Douglas-Klotz und seine Forschungen zurück. Alle westlichen Abwun-Vertonungen, die ich kenne, beziehen sich auf ihn. Ich habe bereits auf seine Website und sein Buch hingewiesen.

Ich habe das Abwun 1997 von Neil Douglas-Klotz' Lehr-CD gelernt. Damit bereitete ich mich auf das getanzte Abwun vor. Dies ist ein Gruppentanz, bei dem das Abwun mit einer komponierten Melodie zu einer Choreografie getanzt wird. Gita Onnen, eine Schülerin von Neil Douglas-Klotz, leitete es damals an.

Inwieweit weicht unsere Version von vielem Gewohnten ab?
1) Einige aramäische Worte sind gesanglich in die Länge gezogen. Deshalb ist unsere Vertonung nicht dazu geeignet, den Text zu erlernen.
2) Unsere Vertonung ist eine Improvisation. Beides, Orgelspiel und Gesang, sind aus dem Moment entstanden.

Zur Entstehung der Aufnahme:
Alexander singt seit vielen Jahren im Jugendchor der evangelischen Matthäus-Gemeinde in Berlin-Steglitz. In einigen Gottesdiensten spielt er auch die Orgel. Im Mai 2002 fragte er mich auf der Orgelempore wie wir zur "Langen Nacht der Kirchen" zu Pfingsten beitragen könnten. (Alexander heißt mit Nachnahmen übrigens "Pfingstl"!) Ich hatte in der Außentasche meines Rucksacks seit einigen Jahren den Text der Übersetzungen des Abwun. In dem Moment erinnerte ich mich an das Papier. Mein Gedanke war, eine Übersetzung des Abwun zu vertonen. Das aramäische Original zur Orgel aufzuführen, hätte ich nicht gewagt. Es kam dann aber anders, so wie zwei Musiker unter sich eben manchmal etwas ausprobieren. Ich las Alexander den Urtext einmal vor und dann spielte und sang sich das Abwun wie von selbst. Wir waren beide sehr beeindruckt und beschlossen, dass dies für Pfingsten genau die richtige Art der Aufführung sei. Die Aufnahme entstand live in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag in der Matthäus-Kirche in Berlin-Steglitz.

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