Lutz Hausmann

L y r i k


Dinge geschehen
Lutz Hausmann, 16.05.2015

Ich habe mich den Dingen verschrieben
Sie klappern so schön
oder schwingen und klingen
Die Bedingungen sind klar
werkmäßig sind sie erschaffen
alles muss raus

Es lenkt die Geschichte, die Realität der Dinge
weil ich nicht hinschaue
wenn ich sie schwinge
Sie garben den Tisch,
sie durchsieben die Mutter
und machen auch alles andere,
wenn es geht

Die Dinge sind schön, die Dinge sind Werk
Doch lebt die Welt nur zum Sinn hin gebrochen
Des Zeichen wird viel gesprochen
und es haben schon viele
auf alles Mögliche gepochen

Ich habe den Dingen
ihre Welt mit erholfen
Nichts kann mich davor belehren
Ein Makler eben

Ich habe mich dem Sinn der Dinge verschrieben
In meinem Kind ist ein Bild geblieben
In Reisen erholten wir uns und wurden schwanger
Ein Recht auf alles, ein Leben lang
hin und wieder ein Liedchen sang
Die Briefe, die wir schreiben wollten,
sie haben dem Turmbau zu Babel gegolten
Jetzt fühlt das, was nicht schreiben kann,
den Riss ein Leben lang

Ich habe den Riss im Sinn
die Dinge sind gewesen
Vielhabend ermeuchelt die Katze nicht die Brut
sie spielt mit der Maus, wenn sie sie kriegen kann

Ich schnalle mir täglich das Wissen um,
das mich fest dann gürtet,
dass spielende Makler nicht wissen warum,
wenn irgendwo die Waffe tötet



Gewitter im Wald
Lutz Hausmann, 06.04.2012

verglühend in Schärfe,
spitzt sich das gebrochene Holz zu

in welker Verfassung,
arm ist es nicht,
vorüber geht, was eben wurde, noch und noch

vielblinkend, auswärtsschimmernd
die weite Masse drückt, ist Luft,
die Wellen treibt in einer kleinen Lache

zusammen kommt,
ganz plötzlich,
der gleiche Vogelklang zu einer Schwarmgestalt

hoch wetterrauhend,
blüht die mächtige Laterne
zu schnell, des Blickes nicht erreichbar

und hell wieder
geprägt scheint scheinbar die Sonne in die scharfen Schatten
Der Wind macht alles neu.

fürkostend, Geschmack wollend,
bindet Süße sich an noch mehr Fülle

   selbst vorgelesen von Lutz Hausmann: [01:55 MP3]




ausgesuchte Zurverfügungstellung
Lutz Hausmann, 02.05.2012

In einem Milieu aus ausgesucht feiner Zurverfügungstellung, umgebungsuntergetaucht, ballt sich das Sträuben zu einer Messe des Regulären.

Querfinanzierte Dramenabschlüsse reichen zentriert mitten hinein in eine Absage hochkonzentrierten Reichtums.

Eines Reichtums ratsuchender Persiflage aus deckungsgleich zugespitzten Materialerfassens.

Furchtbar gleitet die Kraft hinein wie ein schwarzes Rundschwert.

Probierergüsse, schmelzend reif, erzählen von Reimen, die hofiert, eine Dehnung ermöglichen.

Prophezeiend hastet nichts so sehr wie die stille Teilhabe in eine Flut von Unvorhergesehenem hinein.

Altes, besetzt Gewähltes, drapiert sich dabei mäandernd auf geschlitzten Flächen.

Wir sind hineingetaucht in eine Abwesenheit, die uns aufnimmt wie die Geburt in ein Neues.

Gewalten treiben uns wie die Richtigkeit der Vorsehung.

Wo ist der Mut, wenn diese schwankende Sphäre sich wendet?

Sprichwörtlich zuletzt erfasst die Weiterung der Zeit, das spiegelnd neu Gegenwärtige, die Hoffnung.

   selbst vorgelesen von Lutz Hausmann: [02:33 MP3]


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